BIOGRAPHIE
Klassische Trompetenausbildung und frühe, erste Begegnungen und Erfahrungen im Jazz in den Sechzigerjahren mit Kenny Clarke, Mal Waldron, Oscar Pettiford, Abdullah Ibrahim, Albert Mangelsdorf, George Gruntz, Irène Schweizer, Pierre Favre u.a..
Mitglied und teilweise Co-Leader von Gruppen wie Magog, Jazz Community, sowie zahlreiche Erfahrungen mit anderen, experimentellen Musikarten (Urs Blöchlinger).
In den Achzigerjahren gründete Kennel das kammermusikalische Quartett Habarigani (siehe Discographie), tourte mit Carla Bley in der Schweiz  und nahm die LP Audience mit Lesley Stephenson, Franco d’Andrea, Glenn Ferris u.a. auf.
Eine “Third Stream” Erfahrung machte Kennel mit Gunther Schuller (Darius Milhaud, Charles Mingus u.a.). Daneben entstanden über Jahre zahlreiche Aufträge für Radiohörspiele, Theater, wie z.B. für Hans Kresnik (MARS) und das Basler Theater und das Schauspielhaus Hamburg.
Beachtenswert sind auch seine musikalischen Beiträge zu Filmen, wie jenen grossartigen Dokumentarfilmen von Erich Langjahr (“Hirtenreise ins Jahr 2000” und “Das Erbe der Bergler” (siehe Links).

















Gleichzeitig begann Kennel vor über fünfundzwanzig Jahren, sich für seine persönlichen und familiären Wurzeln in der Musik der Innerschweiz zu interessieren (er stammt aus einer seinerzeit bekannten Volksmusikantenfamilie) und dieser, aus seiner langjährigen Erfahrung mit anderen Musikarten, aus einem anderen Ansatz zu begegnen. Seine gut dokumentierten Arbeiten sollten zu einer eigentlichen Erneuerungsbewegung unter jüngeren Musikern führen.  
Alles begann mit Alpine Jazz Herd (zusammen mit Jürg Solothurnmann), einem Sextett, das die Tradition noch stark mit den Mitteln des Jazz anging. Die Nachfolge, näher bei der Volksmusik, war Alpine Experience mit den zwei erfolgreichen CDs Rosa Loui und A Call From The Alps (beide siehe Discographie). 

Die erste hat vornehmlich instrumentalen Charakter, mit Ausnahme des Naturjüzli “Am Hans Sine” und zwei auf Gedichten des Berner Dichters Kurt Marti beruhenden Lieder. Auf der letzteren sind die Heui's (Geschwister Schönbächler) mit ihren urwüchsigen Innerschweizer Stimmen, die oft mit den Stimmen Bulgariens verglichen wurden. Besonders ihre Naturjüzli waren Kennel aus seiner Kindheit sehr vertraut.
Am wichtigsten und beständigsten in Kennels jahrelangen Aktivitäten ist Mytha, das seit 1990 wegführende Alphornquartett, mit dem er völlig neue und originelle Spielweisen einführte, die seither einen eigentlichen Boom für viele jüngere Alphornspieler ausgelöst hat (siehe auch Alphornpolyphonie). Die zwei ersten, vorübegehend vergriffenen CDs sind seit 2007 wieder als Compilaton auf hatART erschienen.


















Die CD Mytha Three ist bei TCB erschienen (siehe Discographie). 
Seit einiger Zeit hat Kennel eine enge und inspirierende Zusammenarbeit mit der grossartigen Sängerin/Songwriterin Betty Legler. Gemeinsam haben sie eben mit Mytha eine Live-Demo-CD aufgenommen. Die Kombination der Naturhörner mit der wunderbar integrierten Stimme (und teilweise Akkordeon oder Piano) sind ein neuer Sound in dieser Landschaft.

Weiter Aktivitäten sind : Alphornstunden, Workshops, Vorträge über untemperierte alpine Musik etc.

1998 ist Hans Kennel für seine “engagierte und pionierhafte Auseinandersetzung mit Elementen alpiner Musik in den Grenzbereichen von Volksmusik, Jazz und Klassik” mit dem Innerschweizer Kulturpreis geehrt worden.
 
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